
Faktenblatt 03/02
Kopenhagen, 31. Mai 2002
Sport ist lebensbejahend. Tabakerzeugnisse bringen Krankheit und Tod. Für den Profi kann der Tabak das Ende seiner Sportlerkarriere bedeuten, im Amateursport schränkt er die Leistungsfähigkeit ein.
Wenn Zuschauer bei Sportveranstaltungen selbst rauchen oder dem Passivrauch anderer Raucher ausgesetzt sind, trägt das zur Entstehung von Krankheiten bei und macht das Dabeisein weniger angenehm.
Je länger jemand raucht, um so eher riskiert er irreversible Schäden an Atemwegen und Lunge. Wenn man das Rauchen aufgibt, kann man dagegen die durch das Rauchen verursachte Verringerung der Lungenfunktion vermindern. Alle Raucher profitieren davon, wenn sie die Zigaretten aufgeben, auch wenn sie die Sechzig schon überschritten haben.
In dem von der Weltbank veröffentlichten Buch Curbing the epidemic: government and the economics of tobacco control werden die Fakten analysiert, worauf die Autoren zu dem Schluss gelangen, dass Werbung den Tabakkonsum ankurbelt und ein teilweises Werbeverbot unwirksam ist. Nach Schätzungen der Weltbank
Die Organisatoren vieler Sportveranstaltungen haben freiwillig auf das Geld von Tabaksponsoren verzichtet. Das gilt z. B. für das Internationale Olympische Komitee (IOC) und für den Internationalen Fußballverband (FIFA). Die Olympischen Spiele und die FIFA-Weltmeisterschaft sind die beiden größten Sportereignisse der Welt und haben durch diesen Verzicht keinen finanziellen Verlust erlitten.
1992 nahm die australische Bundesregierung ein Gesetz an, das bei gesamtaustralischen und in den einzelnen Bundesstaaten stattfindenden Sportveranstaltungen die Sponsortätigkeit von Tabakunternehmen verbietet. Das hat dem Sport nicht geschadet. Alle Fakten deuten auf das genaue Gegenteil hin. Die Sponsortätigkeit von Unternehmen erreicht in Australien Rekordhöhen und nimmt noch zu. Zwischen 1996 (als das föderale Werbeverbot für Tabakerzeugnisse und das Verbot der Sponsortätigkeit in Kraft traten) und 2000 hat sich der Umfang der jährlich von Unternehmen für den Sport gezahlten Summen verdoppelt (von umgerechnet US $350 Millionen auf umgerechnet US $700 Millionen).
Sportverbände und Sportler der ganzen Welt wissen, dass der Tabak mit ihren Werten und ihrer Gesundheit nicht vereinbar ist. Die Sportler sind stolz auf ihre Stärke, ihr Können, ihr Engagement für den Sport und darauf, dass sie als positive gesamtgesellschaftliche Rollenmodelle fungieren können. Sie wollen nicht weiter mit ansehen, dass die Tabakindustrie den Sport manipuliert.
Die Länder fordern ihr Recht zurück, die Gesundheit ihrer Bevölkerungen schützen zu können. Die 191 Mitgliedstaaten der WHO verhandeln über ein globales Gesundheitsabkommen, das die tabakbedingten Sterbefälle reduzieren soll, nämlich das Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen (FCTC). Darin wird nach globalen und nationalen Lösungen für Probleme wie Tabakwerbung und Tabakschmuggel gesucht, Probleme, die keine nationalen Grenzen kennen und in allen Kulturen, Altersgruppen und sozioökonomischen Schichten zu finden sind. Das FCTC ist der Aufruf, die internationale Überwachung und rechenschaftspflichtige Verantwortlichkeit walten zu lassen, die normalerweise mit einem auf dem internationalen Markt frei zugänglichen Verbraucherprodukt einhergehen.
FACHINFORMATION
Haik Nikogosian
Regionalbeauftragter,
Initiative Nein zum Tabak
WHO-Regionalbüro für Europa
Scherfigsvej 8, 2100 Kopenhagen Ø,
Dänemark
Tel.: +45 39 17 13 53
Fax: +45 39 17 18 54
E-Mail: han@who.dk
Patsy Harrington
Projektleiterin, WHO-Partnerschaftsprojekt Tabakabhängigkeit
WHO-Regionalbüro für Europa
Scherfigsvej 8, 2100 Kopenhagen Ø,
Dänemark
Tel.: +45 39 17 15 36
Fax: +45 39 17 18 54
E-Mail: pha@who.dk
PRESSEINFORMATION
Liuba Negru
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
WHO-Regionalbüro für Europa
Scherfigsvej 8, DK-2100 Kopenhagen Ø,
Dänemark
Tel.: +45 39 17 13 44
Fax: +45 39 17 18 80
E-Mail: lne@who.dk
Pressemitteilungen auf der Webseite
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